Speiseöle - Geschmack mit Risiken

Kaltgepresstes Olivenöl aus der Toskana, Kokosöl aus dem Bioladen. Sind diese Fette wirklich so essentiell?

ZUSAMMENFASSUNG

  • „Speiseöle sind der Haushaltszucker des Fettreichs“ [Dr. M. Greger]

  • Selbst natives Olivenöl enthält nur einen Bruchteil der Nährstoffe der ganzen Olive.

  • Im wesentlichen sind Öle „leere“ Kalorien. Ein Esslöffel Olivenöl kann über 100 Kalorien enthalten und macht kein bisschen satt.

  • Darüberhinaus können Speiseöle die Arterienfunktion schädigen.

  • Fazit: Schränken Sie den Gebrauch von Speiseölen ein und nutzen Sie Alternativen beim Kochen und in Salaten.


HINTERGRUND

Speiseöle kann man sich ein wenig wie Fruchtsaft vorstellen: Im Vergleich zur ganzen Frucht geht ein Großteil der Nährstoffe beim Entsaften verloren. Zudem wird bei Speiseölen das beim Pressen entstehende Fruchtwasser weggeschüttet, das die wasserlöslichen Nährstoffe enthält. Das ist ganz ähnlich zur Zuckerherstellung, wo gesunde Lebensmittel wie Rüben all ihrer Nährstoffe beraubt werden, um Zucker daraus zu machen.

Wenige Stunden nach dem Essen von Speiseölen lässt sich eine Beeinträchtigung der Arterienfunktion feststellen (Flexibilität, Durchfluss, Blutdruck), die fast so hoch ist, wie beim Verzehr von Hamburgern und Pommes (weiterführendes Stichwort: Endothelial Function).

Dagegen gehalten wird, dass die mediterane Ernährungsweise gesund ist. Dies liegt aber nicht am Olivenöl, sondern trotz Olivenöl am höheren Anteil von Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Obst, die einen positiven Effekt auf die Arterienfunktion haben.

Und trendiges Kokosöl? Es gehört leider zu den seltenen gesättigten pflanzlichen Fetten, die den Cholesterinwert erhöhen können. Außerdem entstehen beim Braten krebserregende Substanzen.

GESUNDHEITSZIEL

Esse statt Speiseöle lieber gute Fette in ihrer unbehandelten Urform, z.B. als Körner und Nüsse.

ZITAT DES MONATS

„Das Kochen ohne Öl ist erstaunlich einfach. Damit in der Pfanne nichts anhängt, können Sie stattdessen zum Anbraten Wein, Sherry, Brühe oder einfach Wasser verwenden.“

[Dr. M. Greger, How not to die]

VORSCHLÄGE FÜR ERSTE SCHRITTE

  • Täglich 1 EL geschrotete Leinsamen essen, z.B. auf das Brot oder ins Müsli gestreut. Sie liefern die wichtigen essentiellen Omega-3-Fettsäuren und Lignane (Phytoöstrogen). Sie wirken Blutdruck-senkend und können das Brustkrebsrisiko reduzieren.

  • 1-2 Hände Nüsse/Tag als Eisenquelle und mit ungesättigten Fetten als Schutz gegenüber schädlichen Auswirkungen gesättigter Fette (z.B. Insulinresistenz); keine Sorge, diese Menge macht nicht dick.

  • Sparsam mit Salatöl umgehen. Als gutes Fett z.B. Kürbiskerne einmischen, um z.B. fettlösliches Beta Carotin oder Vitamin K in Blattgemüsen besser aufnehmen zu können.

  • Beim Braten Brühe oder Wasser verwenden (und wenn es ein bisschen Öl beim Braten sein muss, dann lieber Rapsöl, das im Vergleich die wenigsten Toxine beim Braten erzeugt.

EINKAUFSLISTE

  • Leinsamen ungeschrotet; nach Bedarf Wochenvorrat im Mixer anschroten

  • Nüsse aller Art (z.B. Walnüsse, Mandeln)


ABNEHM-TIPP

"Die Nuss ist nur gefährlich, wenn sie sich im Toffifee versteckt" (Patric Heizmann). Fette wegen ihrer hohen Energiedichte insgesamt reduzieren, insbesondere in Kombination mit industriellen Kohlehydraten (Mehl, Zucker, Stärke). Gute lebensnotwendige Fette (Leinsamen, Nüsse) unbedingt täglich essen.

LESE-/HÖR-/SEH-TIPPS

Gewichtsengel-Blog: https://www.gewichtsengel.de/single-post/2017/12/04/Abnehmcoaching-Gutes-Fett-schlechtes-Fett

NÄCHSTE TERMINE

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  • Ernährungsberatungstelefon (kostenlos): mittwochs 10:00-12:00 (0177 87 31 397)


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