Ernährungsberatung Zucker - Diabetes bekommt man nicht von Eiweiß


Zucker Ernährungsberatung

In unserer Ernährungsberatung und im AbnehmCoaching ist der richtige Umgang mit "Süßem" eines der schwierigsten Themen. Zucker&Co. sprechen direkt das Suchtzentrum im Gehirn an, im gleichen Areal wie beispielsweise Kokain. Neben der Ausbildung guter Gewohnheiten im Umgang mit Zucker ist das Wissen über seine Wirkungsweise ein wichtiger erster Schritt beim Abnehmen und zum Halten seines Wunschgewichtes. Genau über Zucker bescheid zu wissen führt meist dazu, dass man Süßes durch eine andere "Brille" betrachtet und den Zuckerkonsum damit bewusster steuert. In diesem Sinne ist dieser Blog reichlich mit Wissen gefüllt. Nimm dir bitte die Zeit, ihn zu lesen. Deine Mühe lohnt sich.

3 Wichtige Fakten über Zucker

  • Ein Molekül weißer Haushaltszucker (Sucrose) besteht chemisch gesehen aus einem Molekül Glucose (Traubenzucker) und einem Molekül Fruktose (Fruchtzucker). Bei der Verdauung wird Zucker in diese beiden Moleküle gespalten, so dass er wie ein 50/50-Gemisch aus Glucose/Fructose wirkt.

  • Glucose ist der Grundbaustein für Stärke, also für die meisten Kohlenhydrate und daher in normalen Mengen harmlos.

  • Es ist die Fruktose, die den Zucker problematisch macht: Sie reagiert deutlich schneller mit Proteinen in ihrer Umgebung als Glucose und kann daher im Blut die Blutgefäße schädigen. Daher wird Fruktose so schnell wie möglich über die Leber entsorgt. Die dabei anfallenden Abfallprodukte (u.a. auch Harnsäure) sind für den Körper problematisch und können langfristig zu verschlechterten Blutfettwerten, Übergewicht, Gelenkschmerzen (auch Gicht), Leberschäden (Leberzirrhose) und anderen Schäden führen. Nebenbei gaukelt Fruktose dem Körper vor, dass er hungert und verstärkt daher den Appetit. Fruktose ist für die Leber ungefähr so giftig wie Alkohol.

Der gesunde Zuckerzyklus (Schaubild A + B) Erscheint ein natürlicher Zucker in einem gesunden Körper, beispielsweise in Form einer Handvoll Kirschen, dann passiert folgendes: Die Kirschen werden nach ihrer kurzen Reise durch den Magen im Dünndarm landen. Hier kümmert man sich erst einmal um die Resorption der Zuckermoleküle, auch Glucose genannt, was bedeutet, dass sie die Darmwand passieren und mit dem Blut zur Leber transportiert werden. Ihr Blutzuckerspiegel befand sich vor den Kirschen auf seinem Grundwert von etwa 80 bis 100 mg pro 100 ml Blut. Langsam (innerhalb von 1 bis 2 Stunden) steigt er auf etwa 120 bis 150 mg an. Gleichzeitig erhält die Bauchspeicheldrüse den Befehl, das Hormon Insulin zu produzieren. Das Insulin soll den Blutzuckerspiegel wieder dahingehend senken, dass er sich - wiederum langsam und innerhalb von etwa 2 Stunden - auf seinem ursprünglichen Grundwert von 80 bis 100 mg einpendelt. Insulin ist in etwa mit einem Spediteur für Brennholz zu vergleichen. Das Brennholz sind die Zuckermoleküle. Spediteur Insulin transportiert das Holz zu den verschiedensten Organ-, Muskel- und Nervenzellen, die daraus Energie gewinnen, das Holz also verbrennen, um ihre täglichen Aufgaben optimal erfüllen zu können.

Diese Art von Glucose, die aus Früchten gewonnen wird, trifft nie pur im Körper ein, stets ist sie in Begleitung von Vitaminen, Ballaststoffen und lebensnotwendigen Mineralien. Diese Begleitstoffe wirken wie Bremsklötze an den Glucose Füßen, sie sorgen dafür, dass die Zuckerrnoleküle nicht drängeln und schön langsam der Reihe nach ins Blut übergehen. Natürliche Glucose kann man sich in etwa wie massives, prima abgelagertes Buchenholz in handlichen Scheiten vorstellen. Ein gleichmäßig und lang brennendes Feuer entsteht. Sind alle Organfeuer" knisternd im Gange und im Blut sind dann immer noch Holz-, pardon Glucoseteilchen übrig, so werden diese vorerst überflüssigen Zuckerteile (Holzscheite) vom Spediteur Insulin zur Leber gebracht. Hier werden die Holzteile dann zu Press-Span-Platten umfunktioniert, weil das Brennmaterial in dieser Form platzsparender aufzubewahren ist als die losen Holzprügel.

Die Press-Span-Platten im menschlichen Körper nennt man Glykogen. Das ist eine Speicherform der Stärke, die als Vorrat für magere Zeiten dient. Kommen die einkalkulierten Hungersnöte nicht, sind die Lagerkapazitäten in der Leber bald erschöpft.

Schaubild A:

Zucker erschwert Abnehmen

Problemzonen

Doch das ist nicht schlimm, denn dann werden einfach an anderen Stellen im Körper neue Lagerhallen gebaut. Diese anderen Stellen" nennt man auch Problemzonen"! Nur kann dort keine Stärke gelagert werden. Diese wird deshalb in Fett umgewandelt und trägt nun dazu bei, dass insgesamt die Kleider immer enger werden.

Erscheint jetzt aber nach den Kirschen längere Zeit nichts mehr im Magen (siehe Schaubild B), beginnt der Blutzuckerspiegel langsam aber sicher zu sinken, denn Organe wie beispielsweise Herz, Lunge, Leber und Gehirn rufen ja unentwegt Glucose (Brennholz) aus dem Blut ab. Ein stetig sinkender Blutzuckerspiegel ist für die Bauchspeicheldrüse das Signal, jetzt eine Arbeitstruppe ins Blut zu schicken. Sie heißt Glucagon. Das ist im Gegensatz zu unserem Spediteur Insulin ein Team, welches mit Äxten, Beilen und Sägen ausgerüstet" in der Leber nun beginnt, die Press-Spanplatten wieder auseinander zu nehmen, um sie in einfaches Brennholz für die Organe zurückzuverwandeln.

Schaubild B:

Zucker erschwert Abnehmen

Glucagon ist also ebenfalls ein blutzuckerregulierendes Hormon, nur wirkt es eben gerade anders herum als Insulin. Auf diese Weise wird der Blutzuckerspiegel stets relativ konstant auf seinen Grundwert gehalten, denn die Organfeuer sollen ja nie ganz zum Erliegen kommen. Dieser Mechanismus sorgt selbst während längerer Fastenzeiten für einen zuverlässigen Nachschub an Brennmaterial.

Wenn also Fructose nichts anderes als Fruchtzucker ist, dann müsste sie ganz hervorragend für die Gesundheit sein – so könnte man meinen. Schließlich sind Früchte sehr gesund, warum dann nicht auch ihr Zucker?

Fruchtzucker ist eben nicht gleich Fruchtzucker, und für den menschlichen Organismus macht es einen deutlichen Unterschied, ob der Fruchtzucker nun in Form einer Frucht im Körper landet oder als Bestandteil eines Schokoriegels, Fertigkuchens oder eines Getränks.

Wenn also von Fructose die Rede ist, geht es schon lange nicht mehr um den Fruchtzucker in der Kirsche, sondern sehr viel häufiger um den hochkonzentrierten und industriell hergestellten Fruchtzucker bzw. Fruchtzuckersirup (Fructose-Sirup) in Fertigprodukten oder Getränken. Denn ganz gleich ob Fruchtgummi, Eispralinen, Milchschnitten, Grießbrei Desserts, Schokoriegel, Marmorkuchen, Mixed Pickles, Essiggürkchen, Ketchup, Dressings, Nussgebäck, Limonaden etc., sie alle werden immer häufiger mit Fructose gesüßt.

Reine Fructose ist doppelt so süß wie reine Glucose. Daher wird sie von der Lebensmittelindustrie besonders geliebt und großzügig in Fertigprodukten aller Art eingesetzt – und zwar meist in Form von Glucose-Fructose-Sirup (Glucose-Anteil ist hier höher als 50 %) oder Fructose-Glucose-Sirup (hier ist der Fructose-Anteil höher als 50 %).

Die Kombination aus Glucose und Fructose ist unser altbekannter Haushaltszucker (Saccharose). Er ist ein Zweifachzucker und besteht zu jeweils 50 Prozent aus den beiden Einfachzuckern Fructose und Glucose.

Die Vorteile sind ausschließlich auf der Seite der Lebensmittelindustrie

Es gibt gute Gründe für die vielfältige Verwendung von Fructose-Sirup in der Lebensmittelindustrie. Einerseits hat Fructose von allen Zuckern die höchste Süßkraft und andererseits zeichnet sich der Fructose-Sirup gegenüber dem Zucker durch einige technologische Vorteile aus, die insbesondere den Herstellern zugutekommen.

So intensiviert Fructose-Sirup den Geschmack sowohl fruchtiger als auch würziger Speisen. Er erzeugt ein erhöhtes Volumen beim Gebäck und verstärkt dessen Bräunung, verhindert die schädliche Eiskristallbildung bei Tiefkühlkost, verfügt über eine ausgezeichnete Löslichkeit und kristallisiert nicht aus.

Darüber hinaus kann Fructosesirup äußerst kostengünstig hergestellt werden und ist zudem überaus sparsam im Verbrauch.

Diese Eigenschaften des Fructose-Sirups ermöglichen eine äußerst vielseitige Verwendung, so dass es nicht mehr verwundert, wenn er in zahlreichen Fertigprodukten zu finden ist.

Die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen der Fructose interessieren die Lebensmittelindustrie dabei natürlich nicht.

Die Nachteile für den Verbraucher sind immens

Glucose gelangt vom Dünndarm sehr schnell ins Blut. Gemeinsam mit Insulin, das die Bauchspeicheldrüse für den Transport der Glucose bereitstellt, gelangt die Glucose zu ihrer primären Anlaufstelle, der Leber.

Dort wird sie zu einem Teil in Glykogen (Speicherzucker) umgewandelt und gespeichert, während die restliche Glucose über das Blut an alle Körperzellen weitergeleitet wird.

Im Gegensatz zur Glucose, die zur Energiegewinnung in den Zellen unverzichtbar ist, ist der Körper auf die Zufuhr von Fructose nicht angewiesen. Daher gelangt sie auch nur sehr langsam vom Dünndarm ins Blut.

Insulin ist für die Aufnahme der Fructose nicht erforderlich. Man sagt daher: Fructose wird insulinunabhängig verstoffwechselt. Daher wurde sie lange Zeit Diabetikern als Süßungsmittel empfohlen, was jedoch ein schlechter Rat war, wie Sie weiter unten lesen werden…

Fructose überlastet den Darm

Für den Abbau normaler Fructosemengen (wie sie in Früchten und Gemüsen enthalten sind) ist ein gesunder Organismus bestens ausgerüstet, wie wir oben beschrieben haben. Gelangen jedoch große Mengen Fructose aus Getränken oder Süßwaren in den Körper, sind Probleme vorprogrammiert.

Der Dünndarm ist mit einem Übermaß an Fructose schnell überfordert. Er kann die Fructose nicht vollständig ans Blut weitergeben. So gelangt ein Teil der Fructose in den Dickdarm.

Für einige der dort ansässigen Bakterien stellt die unerwartete Fructoseankunft ein regelrechtes Festmahl dar. Sie vermehren sich in Windeseile und produzieren gleichzeitig eine Menge Gase und Säuren. Viele Menschen bekommen dies in Form von Bauchweh, Blähungen oder Durchfall zu spüren.

Fructose kann zu Diabetes führen

Ein hoher Harnsäurespiegel durch Fructose kann auch die Sensibilität der Zellen gegenüber Insulin beeinträchtigen. Damit Insulin nämlich an den Insulinrezeptoren der Zellen andocken kann, ist NO (Stickoxid) erforderlich.

Die Harnsäure jedoch mindert die Bioverfügbarkeit des Stickoxids und somit auch die Insulinsensitivität der Zelle.

Die Zellen verlieren dadurch allmählich ihre Fähigkeit, auf Insulin zu reagieren. Man spricht von einer Insulinresistenz.

Die Fettleber

Noch lange bevor es zum Diabetes kommt, führt bereits eine nur leichte Insulinresistenz beim regelmäßigen Verzehr von zu großen Fructosemengen zur Entstehung einer sog. Fettleber.

Schon eine schwache Insulinresistenz hat weitreichende Folgen. Die Muskulatur kann aus Glucose nur noch wenig Glykogen herstellen und einlagern. Dadurch fehlen dem Körper wichtige Energiereserven.

Da die Glykogenbildung offenbar nicht mehr gelingt, stellt der Körper aus allen eintreffenden Kohlenhydraten jetzt Fett her. Eine andere Alternative hat er nicht.

Da die Leberzellen nie so stark von einer Insulinresistenz betroffen sind wie die Muskelzellen, wird das Fett in der Leber eingelagert.

Auf diese Weise entwickelt sich schleichend eine Fettleber, die das Organ zunehmend größer und schwerer werden lässt. Diese Entwicklung ist der Beginn weiterer gravierender Lebererkrankungen, wie z. B. Hepatitis, Leberzirrhose etc.

Aufgrund des seit Jahrzehnten ständig steigenden Fructosekonsums wundert es nicht, dass die Fettleber immer mehr zur Volkskrankheit wird. Bislang wurde die Fettleber meist nur mit einem hohen Alkoholkonsum in Verbindung gebracht, da Alkohol bekanntermaßen ebenfalls in der Leber zu Fett umgewandelt wird.

Fructose fördert Herz-Kreislauferkrankungen

Das weiter oben genannte Stickoxid macht nicht nur die Zellen empfänglich für Insulin, sondern sorgt auch dafür, dass die Flexibilität der Blutgefäße gewährleistet ist.

Wenn nun die durch Fructose bedingte hohe Harnsäurekonzentration die Stickoxidproduktion beeinträchtigt, verlieren die Blutgefäße ihre Elastizität.

Es entwickelt sich ein Bluthochdruck, der das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich erhöht.

Fructose macht dick

Wir wissen bereits, dass Fructose in der Leber zu Fett abgebaut wird. Ein Großteil des auf die Weise entstandenen Fettes gelangt zurück in den Blutkreislauf und erhöht hier nicht nur die Blutfett- und Cholesterinwerte, sondern wird zudem noch in den Fettdepots eingelagert.

Alleine diese Tatsache zeigt bereits, dass regelmäßiger Fructoseverzehr das Gewicht ansteigen lässt. Aber es gibt noch weitere Faktoren im Zusammenhang mit dem Fructosekonsum, die unweigerlich zu einer Gewichtszunahme führen.

Hoher Insulinspiegel verhindert Fettabbau:

Wie bereits geschildert, kann ein erhöhter Frcutoseverzehr zur Insulinresistenz führen. In dieser Situation reagieren die Körperzellen nicht mehr auf das Insulin, so dass große Mengen davon im Blut verbleiben.

Ein hoher Insulinanteil im Blut signalisiert dem Gehirn, dass gleichzeitig auch ausreichend Glucose zur Energieversorgung der Zellen bereitsteht. Leider gelangt die Glucose aufgrund der Insulinresistenz nicht in die Zellen. Diese Information hat das Gehirn jedoch nicht, daher wird auch die Fettverbrennung als alternative Energieversorgung nicht veranlasst.

Somit hemmt ein hoher Insulinspiegel den Fettabbau, was letztlich ebenso zur Gewichtszunahme führt wie die Tatsache, dass ein Übermaß an untätigem Insulin im Blut die Leber veranlasst, Zucker in Fett umzuwandeln.

Fructose blockiert das Sättigungsgefühl:

Ein weiterer Mechanismus, den die Fructose in Gang wirft und der eine Gewichtsabnahme vereitelt, ist die blockierte Sättigung.

Leptin ist ein Hormon, das hauptsächlich in den Fettzellen produziert wird. Eine seiner Aufgaben ist es, als Signalmolekül dem Gehirn zu vermitteln, wie gut die Fettdepots gefüllt sind. Sind ausreichend Fettreserven vorhanden, hemmt Leptin das Hungergefühl.

Ein übermäßiger Fructosekonsum kann nun auch zu einer Leptinresistenz führen. Das bedeutet, dass die Signalübertragung des Sättigungsgefühls nicht mehr funktioniert. Der Körper reagiert nicht mehr auf dieses Hormon, wodurch das Sättigungsgefühl ausbleibt.

Fructose führt in dreierlei Hinsicht zu Übergewicht:

  1. Fructose wird in Fett umgewandelt und in den Fettdepots gespeichert.

  2. Fructose verhindert die Fettverbrennung bei gleichzeitig vermehrtem Fettaufbau.

  3. Fructose blockiert das Sättigungsgefühl.

Noch nie zuvor wurde so viel Fructose konsumiert wie heute und das liegt sicher nicht an einem übermäßigen Verzehr von Obst und Gemüse.

Diese Lebensmittel zählen trotz der enthaltenen Fructose nach wie vor zu den gesunden Lebensmitteln.

Gesundheitliche Probleme bereitet die Fructose jedoch erst, seit sie in isolierter, konzentrierter Form ohne Ballaststoffe und hauptsächlich industriell hergestellt, Verwendung gefunden hat. Der Konsum immer größerer Mengen raffinierten Haushaltszuckers sowie die unzähligen mit Fructose gesüßten Fertigprodukte machen uns Menschen krank.

Der ungesunde Zuckerzyklus – Marmeladenbrot statt Kirschen

Kaum im Dünndarm eingetroffen, geht das Gedränge los: Die Masse an Glucoseteilchen quetscht sich durch die Darmwand und schwappt in den Blutstrom. Ein "Glucose-Tsunami" von höchst dramatischem Ausmaß überflutet die Leber und sorgt im Körper für den absoluten Ausnahmezustand Und das nur wegen eines scheinbar völlig harmlosen Marmeladenbrotes!

Die Leber ist überfordert:

Selbst ein so geduldiges Organ wie die Leber gerät jetzt aus der Fassung. Sie hat enorme Schwierigkeiten, einzuordnen, was da eintrifft. Die übermäßige Zuckermenge schockiert sie und sie wundert sich , dass mit dem stark zuckrigen Blutstrom kaum ein brauchbarer vitaler Stoff oder ein Spurenelement mitgekommen ist.

Trifft solche Nahrung dauernd ein, ist die Leber nicht selten regelrecht aufgeschwollen. Diese Selbstvergrößerungsmaßnahme ergreift sie, um noch mehr Zucker aufnehmen zu können, um leistungsfähiger zu werden.

Aber sie kann es selten mit den heutzutage verzehrten Kohlenhydratmengen aufnehmen und ihr Potential schwindet zusehends. Für andere Aufgaben, wie der Eliminierung von Schad- und Giftstoffen aus dem Blut hat sie schließlich kaum noch die Kraft.

Der Körper wird krank:

Der Organismus wird immer kränklicher, schwächer und anfälliger. Den "Tsunamis" folgt der lnsulinschock Ihr Blutzuckerspiegel wird nun rasch (innerhalb von einer halben Stunde!!) einen kurzzeitigen Spitzenwert von 150 bis 180mg.

Der Tatbestand eines überhöhten Zuckergehaltes im Blut ist bekanntlich gleichbedeutend mit akuter Lebensgefahr und so schüttet die Bauchspeicheldrüse auf hektischen Befehl der Leber und in heller Aufregung viel zu viel Insulin aus. Der Insulinschock ist da!

Das im Übermaß erschienene Insulin hat mittlerweile ganze Arbeit geleistet, das Blut ist annähernd zuckerfrei, in den Organen und Zellen knattern die funken sprühenden Strohfeuer.

Der Mensch fühlt sich derweil aufgeputscht. Das ist der sog. "Zuckerschub".

Doch rasch sind die Feuer erloschen und der ursprüngliche Blutzuckerspitzenwert ist rasant in die Tiefe gestürzt, am Grundwert vorbei - und er erreicht nur ca. 1,5 Stunden nach Erklimmen seiner Spitze ein Rekordtief von vielleicht 50 mg.

Und hinterher der "Sugar Blues":

Wenn Sie also um 9 Uhr gefrühstückt haben, erklärt dieser Vorgang das "11-Uhr-Loch" bzw. den sog. "Sugar Blues". Dieser Tiefstwert kann sich bis zu zwei Stunden oder länger halten. Man fühlt sich dabei erschöpft und würde sich am liebsten eine Weile hinlegen.

Das ist deshalb so, weil ein solcherart niedriger Blutzuckergehalt für den Organismus eine nicht minder alarmierende Erscheinung ist als der kürzlich erreichte Zuckergipfel und man aufgrund akuten Energiemangels vorsorglich "ruhig gestellt" werden muss.

Dieser Zustand wird Unterzuckerung oder Hypoglykämie genannt.

Ärztlichen Einschätzungen zufolge handelt es sich um eine aktuelle Volkskrankheit, unter der jeder Zweite entweder permanent oder sporadisch (nach Tagen mit exzessivem Zucker- oder Kohlenhydratverzehr z.B. Weihnachten o.ä.) leidet.

Da alle Organe und vor allem das Gehirn permanent auf die Versorgung mit Glucose angewiesen sind, führt bereits eine relativ leichte Unterzuckerung zu Schäden an Organ- und Körperzellen, eine länger anhaltende gar zu gravierenden Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen.

Die akuten Symptome hierfür fallen sehr individuell aus: Schweißausbrüche, Herzklopfen und Angstzustände sind möglich. Aber auch Alpträume weisen auf nächtliche Unterzuckerung hin, z. B. nach einem besonders reichhaltigen Betthupferl.

Die bekannteste und sehr wohl übliche Begleiterscheinung ist der Heißhunger, der dann wiederum dafür sorgt, dass dieser Zustand immer wieder herbeigeführt wird, indem wir den Körper immer wieder mit Zucker versorgen.

Wie geht es weiter:

Bei einer nun folgenden Ernährung ohne isolierte Kohlenhydrate und ohne Zucker wird der Körper im Allgemeinen in der Lage sein, sein Gleichgewicht wieder zu finden.

Wenn man nun aber beim kleinsten Anflug von Hunger oder Müdigkeit einen weiteren denaturierten Imbiss zu sich nimmt, um dem Körper einen erneuten " Zuckerschub" angedeihen zu lassen, dann schießt der Blutzuckerwert sofort wieder in schwindelerregende Höhen.

Bei vielen Menschen wird der Blutzuckerspiegel mehrmals täglich auf diese Art aufgeputscht - und den regelmäßig darauffolgenden Energieeinbruch in Form eines viel zu niederen Blutzuckerwertes muss der Körper auf Kosten seines in der Leber gespeicherten Glykogens wieder einzurenken versuchen, sämtliche Press- Spanplatten müssen klein gehäckselt werden.

Besonders Kinder sind von Unterzuckerung betroffen. Sie leben womöglich noch häufiger als Erwachsene am liebsten von Süßigkeiten, Nudelgerichten, süßen Aufläufen, Puddings usw.

Alternative/ Diätetische Süßungsmittel

  1. Bisher besteht noch keine Kenntnis darüber, wie sich diese Süßstoffe langfristig auf den Körper auswirken. Es könnte sein, dass sie die Zusammensetzung der Darmbakterien verändern. Das könnte Entzündungen auslösen und die Ablagerung von Bauchfett steigern.

  2. Eine Überlegung: Es wird eine Limonade getrunken. Die Zunge schmeckt entweder Zucker oder Süßstoff, weiß aber nicht, worum es sich handelt, und sendet das Signal „süß“ an den Hypothalamus. Dieser signalisiert der Bauchspeicheldrüse: „Da kommt eine Menge Zucker, auf die Insulinausschüttung vorbereiten.“ Wenn das „süß“-Signal durch einen Süßstoff ausgelöst worden ist, kommt der Zucker aber nicht! Was passiert dann? Theoretisch hat die Signalwirkung verschieden Körperreaktionen zur Folge, es ist bisher unklar wie der Körper mit dem fehlenden Zucker/ dem falschen Signal umgeht.

  3. Ebenfalls besteht auch noch keine Kenntnis darüber, welche Rolle diätetische Süßungsmittel bei der Zuckerabhängigkeit spielen. Die Steigerung der Unempfindlichkeit der Dopaminrezeptoren durch Zucker bedeutet, dass beim nächsten Mal mehr Zucker geliefert werden muss, um denselben Effekt zu erzielen. Es ist also denkbar, dass Süßstoffe dieselbe biochemische Abhängigkeit auslösen, die einen erhöhten Zuckerbedarf zur Folge hat.

  4. Das Thema der Sicherheit von Süßstoffen ist sehr komplex. Aspartam ist schon seit 30 Jahren auf dem Markt und dennoch bestehen noch immer starke Bedenken diesem Süßstoff gegenüber.

Ernährungsberatungs-Tipps für das persönliche Nahrungsumfeld

  • Echte Nahrung hat kein Etikett mit Nährwertangaben und benötigt auch keins. Je mehr auf einem Etikett steht, desto mehr Müll enthält das Produkt.

  • Beispiel Joghurt: 330ml Coca-Cola enthalten insgesamt 35g Zucker. Ein durchschnittlicher Fruchtjoghurt mit 3,5% Fett bringt es auf insgesamt 24g Zucker in 150g. Welcher Anteil dieser 24g geht auf Milchzucker zurück (Laktose ist nicht schädlich, sie wird in der Leber zu Glucose umgewandelt und verstoffwechselt) und wieviel auf Zuckerzusätze? Ein Naturjoghurt mit 3,5% Fett bringt es auf 7,5g Kohlenhydrate pro 150g. Das bedeutet, dass ein einziger Fruchtjoghurt 16,5g extra zugesetzten Zucker enthält. Wenn ein solcher Joghurt verzehrt wird, bekommt man einen Naturjoghurt + mehr als eine halbe Coca-Cola.

  • Echte Nahrung verdirbt, und das ist ein gutes Zeichen. Wenn Bakterien etwas verdauen können, bedeutet das, dass der Verbraucher das auch kann.

  • Indem der Verbraucher echte Nahrung isst, erhöht er die Menge an Ballaststoffen und Mikronährstoffen und reduziert die Zufuhr an Fructose und Transfetten in seiner Nahrung.

  • Den versteckten Zucker suchen und finden! Da die Lebensmittelindustrie verschiedene Zuckerformen verwendet, kann sie einem bestimmten Produkt viele verschiedene Zuckerarten auf einmal hinzufügen. Sämtliche Begriffe, die im Zusammenhang stehen mit Sirup, Zucker, Dicksaft und die Endung -ose enthalten sind Zuckerarten. Daneben gibt es noch Dextran, Ethymaltol, Gerstenmalz, Honig, Kandisfarin, Karamell, Maltodextrin,Malz, Melasse, Muskovade und Rübenkraut.

  • Das Ziel einer veränderten Einkaufsgewohnheit sollte darin bestehen von fructosereichen, transfettreichen und ballaststoffarmen Produkten hin zu fructosearmen und ballaststoffreichen Lebensmitteln ohne Transfette zu wechseln.

Quellen

  • Lustig, Dr.R.H (2016): . München, Rivaverlag

  • Zentrum der Gesundheit (2016): In: www.zentrum-der-gesundheit.de

Ernährungsberatungs-Herausforderung Zucker

BASIC BEITRÄGE
PREMIUM BEITRÄGE
GRATIS FÜR FOLLOWER